Atomenergie

Ein sicherer Rückbau braucht gute Vorbereitung

Atomkraft ist sicher, umweltfreundlich und billig – das bekam man jahrzehntelang von der Atomlobby und ihren politischen Freunden zu hören. Dass Atomkraft sicher ist, hat spätestens der zweite Super-GAU in nur 25 Jahren widerlegt – ein Ereignis, das eigentlich nur alle 10 Millionen Jahre einmal passieren dürfte. Dass Atomkraft alles andere als umweltfreundlich ist, belegen das radioaktiv verseuchte Wasser vor der Küste von Fukushima und die Umweltzerstörung durch den Uranabbau.

 Das Argument, Atomkraft sei billig, dass die Atomkonzerne über Jahrzehnte hinweg wie eine Monstranz vor sich hergetragen haben, widerlegen  sie gerade selbst. Wenn die Atomenergie nämlich so kostengünstig wäre, wie man immer behauptet hat, würden die Konzerne ihre Atomkraftwerke wohl kaum an den Staat übergeben wollen. Es ist noch lange nicht Schluss. Es werden bis 2022 weiter Atomkraftwerke betrieben und es wird damit auch weiter Atommüll produziert. Nun wollen die Konzerne ihre Atomkraftwerke loswerden. Sie wollen die Risiken auf die Allgemeinheit übertragen und eine Art Bad Bank für Atomkraftwerke schaffen. Dabei gilt im Umweltrecht das Verursacherprinzip.

Es liegt in der Verantwortung der Betreiber, die Atomkraftwerke sicher zurückzubauen. Das wird eine teure und aufwendige Angelegenheit. Die Kosten für den Rückbau der deutschen AKW werden auf 40 bis 60 Milliarden € geschätzt. Die Erfahrungen zeigen: Bisherige Rückbauten waren immer teurer als vorher angenommen.

 Diese Kosten wurden oft zu einem großen Teil der Allgemeinheit aufgehalst, wie beispielsweise bei der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe. Die Kosten verdreifachten sich, und am Ende zahlte der Staat mehr als 80 Prozent  davon, weil die Rücklagen nicht ausgereicht haben.

Die zivile und militärische Nutzung von Atomkraft ist verantwortungslos. Die Kohlekraft belastet das Klima. Deswegen brauchen wir eine Beschleunigung der Energiewende. Das bedeutet eben nicht nur, Kohlekraft und Atomenergie durch Energie aus Wind und Sonne zu ersetzen. Wir brauchen einen Umbau und eine Demokratisierung der Energiewirtschaft; denn gerade dieser Vorstoß der Konzerne zeigt doch, was für eine Macht und was für ein Erpressungspotenzial sie Regierungen gegenüber haben. Deswegen muss die Macht dieser Konzerne gebrochen werden.

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