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Wohnungs- und Obdachlosigkeit endlich entschieden angehen

 

Nach einem Bericht des Hessischen Rundfunks ist es in den letzten Jahren zu einer massiven Zunahme von Wohnungslosigkeit in hessischen Großstädten gekommen. Dazu erklärt Christiane Böhm, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Jeder Mensch hat ein Recht auf angemessenen Wohnraum. Die seit Jahren zunehmende Wohnungslosigkeit ist eine direkte Folge einer verfehlten Sozial- und Wohnungspolitk auf Bundesund Landesebene. Insofern sind die Ergebnisse der HR-Recherche nicht nur erschütternd, sondern sie werfen zudem ein Schlaglicht auf eine unsoziale Politik auf Bundes- und Landesebene.

Auch werden die Kommunen in Hessen mit den Problemen weitgehend alleingelassen. Wir brauchen endlich eine umfassende Wohnungslosenstatistik, eine Koordinierung der unterschiedlichen Hilfsangebote und ein Zwangsräumungsverbot in die Wohnungs- oder Obdachlosigkeit.“

Böhm kritisiert zugleich die Aussage des Wiesbadener Sozialdezernenten Christoph Manjura (SPD), es gäbe Menschen, die ‚nicht wohnfähig‘ seien.

„Menschenrechte kennen keinen Befähigungstest. Menschen, die lange keinen eigenen Wohnraum zur Verfügung hatten, haben verständlicherweise unterschiedlichste Problemlagen. Dennoch muss, wie in Berlin unter Rot-Rot-Grün modellhaft erprobt, Housing First‘ mit umfassender sozialer Begleitung auch endlich in Hessen gelten. Wenigstens zu einem solchen Modellprojekt sollte sich die hessische Landesregierung zügig durchringen.“

 

Hinweis:

Housing First beschreibt einen zuerst in den USA entwickelten Hilfeansatz, der voraussetzungsfrei Mietwohnraum für obdachlose Menschen bereitstellt und im Anschluss mit sozialer Begleitung die Menschen bei der Wiedereingliederung unterstützt. Anders als in den meisten in Deutschland umgesetzten Modellen müssen sich obdachlose Menschen ihre eigenen vier Wände damit nicht mit dem Durchlaufen des Hilfesystems ‚verdienen‘.


Pressestelle DIE LINKE. Fraktion im Hessischen Landtag
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