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Landesticket Hessen: Gut für die Landesbeschäftigten, unfair für Käufer teurer Tickets – Umstellung der Finanzierung des ÖPNV bleibt weiter notwendig

Heute wurde das ‚Landesticket Hessen‘ für die Landesbeschäftigten durch den hessischen Innenminister sowie Vertreter der Verkehrsverbünde vorgestellt. Dazu erklärt Hermann Schaus, Parlamentarischer Geschäftsführer und innenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Dass zum nächsten Jahr die kostenfreie Fahrt mit Bus und Bahn für die Beschäftigten des Landes Hessens möglich werden soll, ist natürlich ein echter Fortschritt. Daraus ergeben sich aber auch berechtigte Ansprüche anderer Jobticket-Nutzerinnen und -Nutzer. Wenn es um einen Umstieg auf den ÖPNV geht, dann ist nicht einzusehen, weshalb entsprechend günstige Konditionen nicht auch allen anderen Arbeitgebern – ob groß oder klein – seitens der Verkehrsverbünde angeboten wird. Der Ticketpreis darf nicht weiter von der Größe des Arbeitgebers abhängen! Zudem ist nicht einsehbar, weshalb die Preise bei regulären Fahrkarten überdurchschnittlich steigen. Diese Ungerechtigkeiten müssen durch eine grundlegende Finanzierung des ÖPNV, weitestgehend aus öffentlichen Mitteln, erfolgen.“

Zum Beispiel koste eine Monatskarte zum sogenannten ‚Frankfurt-Pass‘ für Menschen mit geringem Einkommen noch 61,90 Euro und berechtige nur zur Fahrt in Frankfurt, so Schaus. Die Tarifsysteme bei Bussen und Bahnen gehörten dringend komplett auf den Prüfstand.

Klar sei aber auch: Wer zigtausende neue Fahrgäste erwarte, müsse dringend mehr in den Ausbau des Angebots investieren. Die Strecken im Ballungsraum seien heute schon an der Belastungsgrenze und die derzeit im Bau befindlichen Maßnahmen seien längst überfällig und nicht ausreichend. Weitere Neubauprojekte müssten dringend geplant werden.

„Dass der Innenminister heute die Gelegenheit nutzte, um das Ticket als einen angeblichen Verdienst des hessischen Sonderwegs beim Tarifvertrag für Landesbeschäftigte zu loben, ist unverschämt. Wäre das Ticket nicht als Tarifbestandteil umgesetzt worden, wäre natürlich auch ein anderer Weg  des Arbeitgebers Land Hessen für ein Jobticket möglich gewesen. Wir fordern weiterhin die Rückkehr Hessens in die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) an die Seite der anderen 15 Bundesländer.“

Pressestelle DIE LINKE. Fraktion im Hessischen Landtag
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