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Bundesanwaltschaft legt NSU-Spur ‚Corynna G.‘ leider zu den Akten

Zur Weigerung der Bundesanwaltschaft, einer möglichen Spur beim NSU-Mord von Kassel nachzugehen erklärt Hermann Schaus, Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag und Obmann der Fraktion im NSU-Untersuchungsausschuss:

„Wie hat der NSU seine Ziele ausgeforscht und ausgewählt? Und wer waren die dabei notwendigen Unterstützer vor Ort? Alle, die sich seit Jahren um Aufklärung im NSU-Komplex bemühen, interessiert diese herausragenden Fragen besonders. Alle? Nein nicht alle! Ausgerechnet die Bundesanwaltschaft hat sich früh auf die These vom Trio festgelegt und blendet auch offensichtliche Hinweise auf darüber hinaus gehende Unterstützer und Mittäter weiter aus – so auch bei Corynna G..

Im NSU-Ausschuss des Hessischen Landtags haben die Anwesenden bei der Befragung von Corynna G. die Luft angehalten, als diese erklärte, das Internet-Café von Halit Yozgat und damit den späteren NSU-Tatort in Kassel im Jahr 2005 und 2006 mehrmals aufgesucht zu haben.  Sie konnte – wie so oft -  nicht plausibel erklären, warum von ihr ausgerechnet dieses Internet-Café aufgesucht wurde.“

Da Corynna G. nach eigenen Angaben den Tatort vor dem Mord mehrmals aufgesucht habe und zudem als gewalttätige und vernetzte Nationalsozialistin immer wieder für eine NSU-Unterstützung ins Spiel gebracht worden sei, handele es sich hier um einen sehr ernsthaft zu prüfenden Hinweis, so Schaus.

„Bekanntlich wurden auch die Akten von Corynna G. unter merkwürdigen Umständen im hessischen Landesamt für Verfassungsschutz gelöscht. Doch es ist bedauerlicherweise wie so oft im NSU-Komplex; je mehr Fragen sich stellen, desto kürzer die Antwort der Bundesanwälte: keine Ermittlungen notwendig.“    

Pressestelle DIE LINKE. Fraktion im Hessischen Landtag
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