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Zu wenig Nachhilfe für Kinder aus Familien mit geringen Einkommen


DIE LINKE hat Ende letzter Woche die Antworten auf ihre Kleine Anfrage zur Inanspruchnahme des Bildungs- und Teilhabepakets in Hessen erhalten. Nach einer ersten Auswertung der Antworten erklärt Marjana Schott, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Das Bildungs- und Teilhabepaket soll Kindern von Eltern, die Grundsicherungsleistungen, Wohngeld oder Kindergeldzuschlag beziehen, die Zugang zu Lernmöglichkeiten und zu sozialen und kulturellen Aktivitäten erleichtern. In der Praxis funktioniert das aber aus mehreren Gründen nicht. Zum einen ist für jede Maßnahme ein Antrag erforderlich. Dies ist für Eltern, Schulen, Sportvereine, Musikschulen und alle anderen sehr aufwändig und bürokratisch. Zum anderen gilt: Obwohl das Programm seit fünf Jahren existiert und die Kommunen viel Aufwand betreiben, es bekannt zu machen, sind immer noch viele unzureichend informiert.

Die Lernförderung hat eine zusätzliche Hürde. Damit wird Nachhilfe bezahlt, wenn im zweiten Schulhalbjahr die Versetzung gefährdet ist. Bundesweit geht man davon aus, dass ungefähr 14 Prozent der Schülerinnen und Schüler das Instrument der Nachhilfe – selbst bezahlt und kostenlos – nutzen. In Hessen erhalten jedoch nur ein bis vier Prozent der Schülerinnen und Schüler, deren Familien Hartz IV erhalten, Unterstützung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket, um ihre Noten zu verbessern und den Abschluss zu schaffen.“

Nach Ansicht der LINKEN müsse die Lernförderung aller Schülerinnen und Schüler selbstverständliche Regelleistung aller Schulen sein, und dürfe nicht ausgegliedert und privatisiert werden, so Schott. Dies könne durch gebundene Ganztagsschulen erreicht werden. Solange das in Hessen aber noch nicht der Fall sei, müsse zumindest für alle Kinder die Möglichkeit bestehen, Leistungen für Lernförderung zu erhalten.

Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE MicrosoftInternetExplorer4 Das Bildungs- und Teilhabepaket soll Kindern von Eltern, die Grundsicherungsleistungen, Wohngeld oder Kindergeldzuschlag beziehen, die Zugang zu Lernmöglichkeiten und zu sozialen und kulturellen Aktivitäten erleichtern.

Pressestelle DIE LINKE. Fraktion im Hessischen Landtag
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